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Es war einmal ein Traktor. Einmal

Wir befinden uns auf Sardinien, im Herzen des Gebietes Sardicano, 60 Kilometer nördlich von Cagliari. In Gergei, einer kleinen Gemeinde, die weit in die Ebene blickt und mit Hügeln durchzogen ist, liegt das Weingut Olianas. Nach seiner Gründung im Jahr 2000 hat sich dieser Betrieb der BioIntegrale-Philosophie verschrieben und hat es geschafft, bis zur Weinlese 2014 Weine zu produzieren, die 100% BioIntegrale sind.

Dabei wird der Einsatz von Straßenverkehrsmitteln oder Raupenfahrzeugen durch den respektvollen Umgang mit dem Boden so viel wie möglich eingeschränkt, um eine zu hohe Bodenverdichtung zu vermeiden. Aus diesem Grunde bevorzugen Stefano Casadei und Artemio Olianas, die zwei Partner des Betriebs, den Einsatz von Zugpferden: Es geht um alte Arbeitsmethoden, die die Bodenatmung sowie die resultierende Verwurzelung der Rebstöcke bis in die tieferen Bodenschichten verstärken, und dabei die Langlebigkeit der Pflanzen gewährleisten.


Vegan und Dinette kamen im Mai 2014 aus Frankreich. Sie sind zwei Comtois; zahme, jedoch unermüdliche Zugpferde. Sie „sprechen“ Französisch. „Doucement, Dinette, doucement“ („schön langsam, Dinette, langsam“), flüstert ihr Enrico zu, damit sie eine neue Rebzeile einbiegt, und führt sie dabei mit sanfter Entschlossenheit. Und sie, fleißig und unermüdlich, zieht den Pflug, der die ton- und sandhaltigen Erdschollen des Weingutes auflockert, und geht die Hänge mit den Weinbergen hoch und runter.


Die Comtois sind nicht nur fleißige, sondern auch schöne Pferde: Mächtige, glänzende Tiere mit dicker Mähne, die im Wind flattert. Dinette hat auch eine geflochtene Strähne, als ob sie das kleine Mädchen des Hauses wäre.
„Wenn man die Zügel hält“, erzählt Anna Baj Macario, Stefanos Frau und große Pferdeexpertin, „und vom Stall bis zum Anfang der Rebzeile kommt, spürt man durch die Hände, wie das Pferd anhält, sich konzentriert und sich darauf vorbereitet, mit der Arbeit zu beginnen“.


Das getaktete, rhythmische, regelmäßige Schritttempo dieser Tiere ist das Geheimnis zur Bearbeitung der Erdschollen auf eine kontinuierliche, gleichmäßige und zarte Art und Weise ohne größere Erschütterungen.


Vegan und Dinette ziehen abwechselnd einen knallroten Karren, woran die Werkzeuge wiederum hängen. Somit kann der junge Enrico das Tier steuern, ohne sich zu bewegen, sondern einfach auf dem Karren stehend mit den Zügeln in der Hand, da der Karren wiederum vom Pferd gezogen wird.


Bei Olianas ist das Pferd keine Folklore, sondern Geschichte; es heißt natürlicher Dünger, die Natur respektieren. Es ist weit weg von Verschmutzung und Emissionen; es ist Stille, Konzentration, Arbeit. Es ist BioIntegrale.

 


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pubblicato il 04-11-2014 in Weinbau