DE

Die Amphore: Ein wertvoller Partner

Eine der Voraussetzung des BioIntegrale-Weinbaus ist die Wiederverwendung der alten agronomischen Arbeitsmethoden. Die Vinifikation in den Amphoren ist zum Beispiel eine Methode, die zurück bis in die Antike reicht: in Georgien, der Wiege des vitis vinifera, der ersten Rebsorte, die sich später auf der ganzen Welt verbreitet hat, wird in den zentralöstlichen Regionen von Imereti und Kakheti immer noch verwendet. Es handelt sich um eine Technik die über die über die Jahrtausende unverändert blieb und die lange Gärungen innerhalb von eingegrabenen kvevri  (Tonkrüge ohne Griffe) vorsieht.


Eine Methode, die langsam verschwindet, so wie die Bautechniken der Amphoren, die per Hand und ohne Drehmaschine geformt werden. Auch deswegen wurde 2008 hier ein Slow-Food-Presidio (ein Art Schutzraum) eingeführt. Je nach geographischer Lage können die Weintrauben in den Amphoren mit oder ohne Traubenkamm sein, in temperaturgeschützten Räumen (wo die Temperaturen niedriger sind) oder direkt im Freien gelagert bzw. eingegraben sein.


Jedenfalls spricht viel dafür, dass die Amphore ein wertvoller Partner ist: Die Porosität vom Ton, der Temperaturschutz des Eingrabens, die Mineralität des Weins im direkten Kontakt zum Ton, der Prozess der natürlichen Klärung innerhalb der Ton-Amphore, usw. All diese Komponenten werden vom BioIntegrale-Landwirt getestet, bewertet und verglichen: Trotz ihrer Wurzeln und Bezüge zur Vergangenheit wird die Vinifikation in den Amphoren noch nicht durch die wissenschaftliche und moderne Literatur belegt, die die zeitlichen Abläufe, die Parameter sowie die Modalitäten festlegt. Wie beeinflussen die Boden-Mineralien den Ton und somit den Inhalt der Amphoren? Was sind die idealen Temperaturen und Tiefen für das Eingraben? Nach welchen Stufen erfolgt die Verdunstung des Inhaltes?


Eine Geschichte, die teilweise noch auszubauen ist, jedoch gerade bei den ersten, wegweisenden Experimenten durchaus hervorragende Ergebnisse erzielt: Gesunde Produkte mit einer hohen organoleptischen Qualität, sehr leckere Weine mit einer starken Leistung, die den Früchten die verdiente Rolle als Protagonisten gern zugestehen.

 


Condividi
pubblicato il 18-11-2014 in Önologie